Bliain úr faoi shéan is faoi mhaise dhaoibh

Frohes Neues! Positiv gesehen: neues Jahr, neues Glück. Good-bye 2008, hello 2009!

Und das bedeutet erst mal: Festplatte entrümpeln. Es gibt ja Analogien zwischen Mensch und Maschine – und die geistige Festplatte ist so vollgemüllt, wie es mir der Computer bildlich vor Augen führt. Wo und wann hab ich was abgelegt? Was ist schon gelesen, was brauche ich nicht mehr?

Ich setze momentan sehr große Hoffnung in meine Fähigkeit, innerhalb der nächsten Woche alles zumindest soweit zu ordnen, dass ich einigermaßen klarer sehe, welche Reichweite meine bisherige Arbeit erlangt hat.

Denn am 10. Februar geht’s in Urlaub.

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Mit Abstand betrachtet

In den viereinhalb Monaten gedanklicher Abstinenz bekommt man einen völlig anderen Blick auf das “Ungeheuer Magisterarbeit”. Es wird irgendwie immer unungeheuerlicher. Auf eine seltsam beruhigende Weise.

Denn irgendwie habe ich mehr und mehr das Gefühl, die Ansprüche derart hoch gehängt zu haben, dass ich das eigentliche Ziel “Nachweis wissenschaftlichen Arbeitens” total aus den Augen verloren habe. Und deshalb notwendigerweise an diesen Ansprüchen scheitern muss(te). Wenn mir damals bei einer Hausarbeit bereits attestiert wurde, dass die Fragestellung weit über die Anforderungen einer Seminarsarbeit hinausgingen, dann sollte ich jetzt wohl nicht versuchen, noch weiter zu greifen.

Der Prof sieht keinen Korrekturbedarf. Hat er damals bei der der Präsentation meiner Zwischenergebnisse gesagt. Andere sagen mir, es ist ja auch nur eine Magisterarbeit. Und wieder andere verweisen darauf, dass ich doch eigentlich nur Muster in den Daten erkennen muss (Mehr zum Thema “Kontinuum” demnächst). Deskriptiv kann auch wissenschaftlich sein.

Und die Hauptaufgabe ist nun, den ganzen Wust zu ordnen.

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Woche 7.0

Eigentlich ist diese Woche nicht sonderlich viel passiert, das einen Wochenrückblick rechtfertigen würde. Die angepeilte Strukturierung meiner mittlerweile doch sehr verzettelten Notizen ebenso wenig wie die Vorbereitung auf die ersten wirklich geschriebenen Worte. Also am Rotz ist immer noch nicht gearbeitet.

Das mag man jetzt negativ sehen. Es mag auch frustrieren. Aber wenn ich es positiv sehen soll, dann ist das die Feststellung, dass ich – anders als im Mai und Juni – nicht gänzlich auf mein soziales und finanzielles Leben verzichtet habe.

Mal sehen, wieviel es diese Woche ist.

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Textverarbeitung

Am Anfang des Studiums, wenn man bewundernswert zu Examenskandidaten aufschaut und sich denkt, “das ist so sexy, Examen zu machen”, hat mir ein kluger Mensch mal gesagt, dass man bei großen Projekten besser die Finger von MS Word lässt. Äh, dass man eigentlich generell die Finger davon lässt. Schon damals war mir klar, dass diese Feststellung nicht aus sprunghafter Frustration gemacht wurde.

Ich weiss jetzt nicht, ob es eine bewusste Entscheidung war, bei Word zu bleiben. Vielleicht war es die Faulheit, sich auf ein OpenSource-Programm einzulassen, oder aber die relative Vertrautheit mit den Tücken eines Microsoftproduktes. Ja, auch die wachsen einem ans Herz. Und warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht, glaubt man zumindest zu jeder Zeit, Herr der Lage zu sein. Der Glaube versetzt ja bekanntlich Berge.

Und seit ich mich während meines Austauschjahres (High School) in Australien ein halbes Jahr lang täglich mit MS Word als Hauptuntersuchungsgegenstand und nicht als Werkzeug auseinandersetzen musste, glaube ich zumindest, dem Programm ab und zu ein Schnippchen schlagen zu können. Mehr als VHS-Niveau war das zwar nicht, aber steter Tropfen höhlt den… Das beinhaltet auch die Verwendung von Formatvorlagen – richtig angewandt eine der wirklich tollen Errungenschaften.*

In dieser Auseinandersetzung ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.

*Erinnert mich außerdem daran, dass ich während meines Ausflugs in die BWL einen ähnlichen Kurs machen musste (zeitlich und inhaltlich sehr viel gestraffter), nannte sich “Rechnerpraktikum”. Die beiden Mädels, die mich in diesem BWL-Jahr begleitet haben, hab ich seit bestimmt fünf Jahren nicht mehr gesehen. Würde ich allerdings mit Megafon in die Hamburger Innenstadt gehen und laut “Formaaaaatvorlaaaage” brüllen, würde ich die sofort wiederfinden. Sowas verbindet.

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Große Worte II

Noch eins zum Thema “Länge”. Wie gesagt, schon viel gesehen. Und mir fiel noch ein, dass jemand eine 120 Seiten nicht überschreiten sollende Abschlussarbeit (grammatikalisch grenzwertig) eingereicht hat, die mehr als 400 Seiten lang war. Das war das eine. Aber sich dann über den Kommentar des Profs zu ärgern, der die Länge kritisierte -

Ups.

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Große Worte

Die Arbeit soll also 120 Seiten nicht überschreiben. Von unterschreiten steht da nichts. Einige sagen, in ihrer Prüfungsmeldebestätigung steht durchaus etwas zur Mindestlänge. 80 Seiten. Da greift das also Gewohnheitsrecht, die plus-minus-Regel, wenn man generell von 100 Seiten ausgeht.

Ähnlich meiner Punktlandung in der letzten Hausarbeit im März dieses Jahres (5003 Wörter – wo kurzfristig die mögliche Rauskürzung dreier Füllwörter in Betracht gezogen wurde), fixiere ich die 80 Seiten an. Auffüllen lässt sich immer.

Das schönste Statement zur Mindestlänge einer Abschlussarbeit hörte ich mal in einer Kleinstbibliothek:

“Alles Richtwerte. Wenn du es schaffst, Saussure auf fünfzehn Seiten zu widerlegen, möcht’ ich den Prof sehen, der dich durchfallen lässt.”

Na dann.

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Words, words, words!

“Sie [die Magisterarbeit] soll einen Umfang von 120 (à 1800 Anschlägen) Seiten nicht überschreiten.”
(Magisterprüfungsordnung des Fachbereichs Sprach-, Literatur- und Medienwissenschaften der Universität Hamburg)

Aha. Das ist eine regulative Ansage, aber eine, die dem Tricksen mancher Studenten ein Ende setzt. Denn viele Schummeln sich doch zweifach durchs Studentenleben. Einerseits, weil es ihnen die grenzenlose Freiheit eines Textverarbeitungsprogramms ermöglicht, die Ränder nahezu beliebig zu setzen, um auf die geforderte Mindestseitenzahl zu kommen. Das kann in Seitenrändern nicht unter sechs Zentimetern auf beiden Seiten ihren Ausdruck finden, oder aber auch in Begrenzungen, bei denen die Treibersoftware des Druckers überlistet werden muss, weil Teile ausserhalb des Druckbereichs liegen. Andererseits lässt sich mit einem Mausklick (im Idealfall, wenn der Student die Verwendung von Formatvorlagen beherrscht) die Schriftgröße auf einen beliebigen Wert zwischen 8 und 15 pt setzen. Nicht lachen, alles schon gesehen.

Davon ausgehend, dass die Empfehlung des Prüfungsamtes noch auf Uralterfahrungen des Schreibmaschinenzeitalters vor der Verbreitung proportionaler Schriftarten beruht, ist eine Erweiterung auf 2000 Anschläge vermutlich sinnvoll. Somit lässt sich die Typografie meiner Hausarbeiten rechtfertigen, die mit den gängigen, aber grauenhaften ”Times New Roman oder Arial, Schriftgröße 12pt”-Vorschrift vieler Dozenten immer gebrochen haben. Stichwort: Regeln vernünftig brechen. Einmal hat sich einer beschwert, mehrere Male wurde die Typografie lobend hervorgehoben. Aber lassen wir das.

Die Seitenangabenvorgabe ist in der Praxis meines Erachtens so oder so Schwachsinn. Öffnet dem Tricksen (s.o.) Tür und Tor und sagt dann auch wenig darüber aus, wie sehr der Student in der Lage ist, weit genug in die Tiefe zu gehen, und sich gleichzeitig kurz genug zu fassen.

Große Worte! Das bringt mich zum eigentlichen Thema. In angelsächsischen Ländern wird grundsätzlich mit Wortzahlen als Vorgaben gearbeitet. Ein handelsüblicher, mit unseren Hausarbeiten vergleichbarer Leistungsnachweis in einem Hauptseminar soll dort meistens 5000 Wörter umfassen. Das entspricht bei “richtiger” Formatierung je nach Sprache (Hausarbeiten auf Deutsch sind erfahrungsgemäß ein paar Seiten länger) etwa 16-18 Seiten. Diese Wortvorgaben setzen sich auch mehr und mehr in Deutschland durch, vorwiegend – so das subjektive Gefühl – bei Dozenten, die mal im Ausland unterrichtet und/oder promoviert haben.

Natürlich löst das nicht das Schummelproblem. Aber somit liegt das Schummelpotential eher in blumigen Schreibstilen, als in Seitenrändern und Schriftgrößen. Und mit elektronischer Übermittlung, die viele Dozenten mittlerweile fordern (zur Überprüfung durch Plagiatsprogramme), lässt sich auch gleich feststellen, ob bei der Wortzahlangabe geschummelt wurde.

Für mich heisst das: 25.000 Wörter. Mindestens.

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Der Rotz

Ich nenne es den Rotz. Das, was man so hinrotzen kann bei so einer Arbeit. Hintergrundinformation, Forschungsstand, vielleicht Geschichtliches, vielleicht Demographisches. Es ist einerseits der Rahmen, andererseits das dickere Ende des roten Fadens. Alles das, was sich unter “Grundlagen” zusammenfassen lässt. Alles das, was im Grunde reine Fleissarbeit darstellt.

Bei einer Hausarbeit war das Schwierigste daran, dem Rotz nicht zu viel Platz einzuräumen. Bei 15-20 Seiten waren das 3-4 Seiten, höchstens. Ein Fünftel. Bei 80 Seiten Magisterarbeit wären ein Fünftel immerhin 16 Seiten. Hilfe! Sechszehn Seiten über die Uneinigkeit in der Forschung über den linguistischen Flickenteppich Irlands? Denn bei aller Zerstrittenheit über den sprachlichen Status Quo im 19. Jahrhundert scheint nur eins sicher zu sein: man weiss es nicht genau.

Eigentlich wirft der Rotz mehr Fragen auf, als er beantwortet.

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Traffic

Die fehlende Kommentarflut auf dieser Seite spiegelt durchaus nicht wieder, was hier zeitweise los ist. Oder anders gesagt: die Suchwörter, mit denen Besucher auf diese Seite gespült werden, lässt erahnen, dass da draussen ne Menge Studenten hilflos durch die Welt eiern, auf der Suche nach Abhilfe beim “Ungeheuer Magisterarbeit” oder Unterstützung des Vorhabens “Magisterarbeit in drei Wochen schreiben”.

Eine Suche meinerseits mit denselben Stichworten offenbart die Verzweiflung dieser Leute. Es scheint wirklich nicht viel zu geben. Und während ich dachte, ich sei die dreihundertmillionste Studentin, die ein Tagebuch über ihre Abschlussarbeit verfasst, gibt’s an sich nicht viel Vergleichbares.

Hoya, ihr seid nicht allein (und ich offensichtlich auch nicht).

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Google Scholar

Oft steht man ja vor der Frage: inwieweit darf ich das Internet als Quelle nutzen? Eigentlich ist das Internet eher Quelle für dilettantisch verfasste Hausarbeiten und demnach als Bibliotheksersatz ungeeignet. Wir kennen die Warnungen des Dozenten: Informationen aus dem Netz sind mit Vorsicht zu genießen!

Eine wirklich wunderbare Entwicklung, zumindest was eine Erstrecherche und “sich nen Überblick verschaffen” betrifft, ist Google Scholar. Nu bin ich Informatiklaie, aber mir kommts so vor, als würde diese Sondersuchmaschine all den Mist rausfiltern, der so oder so für wissenschaftliche Hausarbeiten ungeeignet ist. Man erhält relativ schnell einen Eindruck von den “must haves” zu seinem Thema und den wichtigsten Autoren.

Über die anfängliche Überblickssuche hinaus bietet Google Scholar je nach Wahl der Suchbegriffe teilweise direkten Zugriff auf Artikel in Fachzeitschriften oder einzelne Seiten und Inhaltsverzeichnisse in Bücher. Das hat schon so manchen Gang in die Bibliothek erspart. In Verbindung mit der Eletronischen Zeitschriftenbibliothek und einem oder zwei Bibliothekszugängen (hier: Uni Hamburg, HSU) kann man viel Zeit sparen. Mit etwas Geduld und Ausdauer kann man davon ausgehen, dass einem kein Standardwerk durch die Lappen rutscht.

Neben dem unglaublichen Datenmüll, den das Internet bietet, ist diese Art der Quellerschließung eine Wohltat. Das geht soweit, dass ich mich manchmal frage, wie die das früher ohne WWW geschafft haben. Vielleicht sind aber aufgrund dessen die Ansprüche gestiegen.

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