Archive for Juni, 2008

Powerpoint

Es ist – relativ kommentarlos – das microsoftigste aller Microsoftprodukte.

Was ein Frustobjekt.

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Woche 5

Tag 1: Nach dem konfusen Wochenende und dem ergebnislosen Versuch, sich durch quadratmeterweise Paketpapier an der Wand einen Überblick zu verschaffen… Komplettes Verstoβen – zumindest für den Moment – des theoretischen Hintergrundes. Merke: Gründliches Noch-mal-lesen zentraler Texte wirkt wirklich Wunder. Man kann so viel überlesen, unglaublich.

Tag 2: Ich treffe jemanden, der seine Magisterarbeit in drei Wochen geschrieben hat. WTF??

Tag 3: Es ist Mittwoch, es ist Korpussuchetag.

Tag 4: Erholungsphase. Es ist Nachhalbfinaltag. Äh ja.

Tag 5: Korpussuche. Neues finden, kategorisieren, rausschmeissen. Die Suche ist nach wie vor unsystematisch, aber sei’s drum. Vielleicht muss es so sein. Nachmittags das elaborierte Gespräch mit der Kommilitonin, die das ähnliche Thema hat. Auch aufschlussreich.

Tag 6: Wie wär’s zum Wiedereinstieg nach der sonst eher etwas mauen Woche mal mit ein paar Zahlen? Korpus einfach mal untersuchen – statistisch… Am Dienstag soll ja die Präsentation sein. Dazu mal ein paar Dialektkarten einbauen, Tabellen erstellen. Mehr nicht. Kann keine Zahlen mehr sehen.

Tag 7: Am siebten Tage sollst du ruhen… Präsentationsvorbereitung für Dienstag. Finalvorbereitung für heute abend. Nicht soviel Radio hören, das macht nur nervös. Und von diesem Gefühl hab ich im Moment eh schon genug.

Fazit: So sehr wie in dieser Woche hab ich noch nie gespürt, dass ich seit zweieinhalb Jahren keinen Urlaub mehr hatte. Vielleicht werd ich’s wie alle machen: Nach der Prüfungsanmeldung wird erst mal Pause gemacht.

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Fleissiges Scheinesammeln

Ich bin ja eigentlich scheinfrei. Das heisst, ich habe die Hausarbeiten alle schon geschrieben, nur eben die Scheine noch nicht abgeholt. Und weil das Datum der Prüfungsanmeldung unaufhörlich näher rückt [ich hab den Juni total falsch eingeschätzt], wird es langsam Zeit, alles zusammen zu suchen.

Doch Scheinesammeln ist mühsam. Fast mühsamer als das Scheine schreiben selbst. In Abwesenheit eines Zentralorgans haben denn auch alle unterschiedliche Verfahrensweisen. Der eine Prof gibt seine fertigen Scheine ins Geschäftszimmer, der nächste hinterlegt sie bei seiner Sekretärin und der dritte verlangt einen Gang in die Sprechstunde.

Natürlich haben die alle andere Öffnungszeiten. Sprechstunden, klar, die sind immer schräg. Aber das weiss man. Seltsamerweise hat man sich auch in sieben Jahren Universität nicht daran gewöhnt, dass die Sekretariate und Geschäftszimmer nicht unbedingt deckungsgleich öffnen. Die einen sind vormittags da, die anderen nur über den Mittag (11-13 Uhr), wieder andere erst ab eins oder drei nachmittags.

Und für alle angegebenen Zeiten gilt grundsätzlich: „bin gerade nicht da“.

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Die Nostalgie der Kleinstbibliothek

Es gibt in Hamburg die groβe Staatsbibliothek Carl-von-Ossietzky [kurz: Stabi]. Daran angegliedert sind die Fachbibliotheken, die sich auf dem ganzen Campus verteilen. Im Philosophenturm befinden sich auch (fast) alle sprachwissenschaftlichen Institutsbibliotheken. Die Bibliothek der Anglistik erstreckt sich dabei über zwei Stockwerke, und ist direkt mit der Bibliothek der Skandinavistik verbunden und war mal mit der Bibliothek für Sprachlehrforschung verbunden, die wiederum… okay, reicht.

Dann gibt es noch die Bibliothek der Allgemeinen Sprachwissenschaft und Indogermanistik. Eine Einraumbibliothek! Okay, sie hat zwei Türen. Aber die zweite Tür ist nur dazu da, die Bibliothek verlassen zu können, wenn man eingesperrt wurde. Das passiert immer dann, wenn die Bibliothekarin Mittagspause macht oder auf Klo muss. Dann verlässt man die Stube über die zweite Tür, die nur von innen geöffnet werden kann und meldet sich bei ihrer Kollegin im Zimmer am Ende des Flures ab.

Ziemlich groβes Vertrauen dem gemeinen Studenten gegenüber. Und erst recht, wenn man bedenkt, welche Schätze in diesem Zimmer lagern. So ist man gut und gerne eine Stunde oder mehr völlig alleine zwischen alten Büchern aus dem 18. Jahrhundert. Zwei groβe Regale mit historischen Studien der Keltologie. Ruhig, einsam, gefangen in einer Zeitreise.

Das nostalgische Kleinod im Wuselturm mit seinen 14 Stockwerken.

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Der Artikel im Irischen English

Der Hauptgegenstand meiner Untersuchung ist der Artikelgebrauch im irischen Englisch. Dabei geht es um folgende Konstruktionen:

He left the school at thirteen.
I will see him in the summer.
She suffers from the fever.
I earn three pounds in the week.
He saw the both of them last night.

Das sind nicht notwendigerweise „falsche“ Sätze im Standardenglischen, jedoch ist der Gebrauch des bestimmten Artikels im irischen Englisch sehr viel höher frequentiert und in bestimmten Kontexten besonders häufig, als in Standardvarietäten. Dieser Gebrauch findet sich, u.a. im irischen Artikel an wieder:

D’fhág sé an scoil in anois a trí déag.
‚He left school at thirteen.‘

Nun könnte man von einem direkten Transfer aus dem Irischen sprechen. Das Problem ist, dass andere Kontaktvarietäten des Englischen eine ähnliche Verwendungsweise haben, beispielsweise das Schottische Englisch (als weitere keltische Kontaktsprache) oder Singapur Englisch. Und auch im Englischen in England sowie im Frühneuenglischen, das ja das mutmaβliche Englisch der englischen Siedler in Irland darstellt, sind einige dieser Verwendungsweisen zumindest nicht unbekannt. Die Quelle ist – und das ist das ein zentrales Problem in der Kontaktlinguistik – nicht einfach auszumachen.

Glücklicherweise ist das auch nicht mein Anspruch.

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Wie Weihnachten

Ein Besuch in der Staatsbibliothek ist wie reich beschenkt werden. Am Abholregal liegt ein Stapel Bücher, und nie weiss man bei Abholung noch so genau, wieviel und was man bestellt hat. Im Bestellrausch des Wochenendes und im Generalzustand der mentalen Verwirrung verschwinden einige Buchanforderungen schon mal vom Radar.

So ein Stapel Bücher ist mehr als ein simpler Stapel Bücher. Er ist auch ein Abbild der Gedankensprünge der vergangenen Tage. Im schlimmsten Fall ein Abbild des chaotischen Geisteszustandes. Und eine ziemlich exakte Rekunstruktion der Entwicklung der thematischen Relevanzverschiebung. Was man am Freitag noch ungeheuer wichtig fand, ist jetzt schon Schnee vom Donnerstag.

Dazu gehört ein Teil meines Theorieansatzes. Um mich nicht heillos im demotivierenden Wirrwarr der Kontaktlinguistiktheorien zu verfangen, kommt deshalb jetzt erst mal was Neues für den Moment – ich widme mich mal dem Untersuchungsgegenstand, dem bestimmten Artikel the.

Dazu liegen im Regal jetzt viele (Definitions-)Wörterbücher.

 

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Woche 4

Tag 1: Uiuiuiui. Jammert man schon auf hohem Niveau, wenn man zwar den zentralen Artikel für den theoretischen Artikel gelesen hat, aber glaubt, an diesem Tag nichts geschafft zu haben? Immerhin: es ist der Satz angestrichen: der mit dem tollen Wort „frequency of use“. Und das ist die Berechtigung für eine quantitative Arbeit. Ein Mosaik im Bild.

Tag 2: Geil – es gibt jemanden, der sich ein ähnliches Thema gesucht hat. Andere Herangehensweise, andere Varietät, qualitative Analyse. Aber jemand, der nicht nur stirnerunzelnd oder höflich nickt, wenn man ihm „Grammatikalisierung in Replikationsprachen und die Rolle des Substratums“ vor die Füβe kotzt.

Tag 3: Die Korpussuche beginnt. Nun auch unter wissenschaftlicher Anleitung. Leider auch nicht wirklich systematisch. Aber mühsam ernährt sich das… Phrasendreschen gehöhrt heute abend Steffen Simon.

Tag 4: Irgendwas in mir schreit heute für Portugal. Dann wär auch innerlich mal wieder Ruhe. Darauf ein Galaõ.

Tag 5: „I didn’t really want them to lose.“ (=Holland kann kommen.) Nach dem Abend ist die freitägliche Ruhe einer Institutsbibliothek genau das Richtige. Drei Stunden auf unbequemen Stühlen. Neben mir ein drei Fuβ groβer Stapel geballtes Wissen. Ob ein persönlicher Handapparat nicht langsam mal sinnvoll wäre? Kurze Überlegung, ob und welche Bücher mich übers Wochenende beglücken sollen. Entscheidung dagegen, überhaupt eins mitzunehmen. Bedeutet a) dass ich am Montag um 10 Uhr wieder in die Uni muss, und setzt mich b) einem grossen Druck aus, genau diese Werke auch durchzuarbeiten. Lieber erst mal mit dem arbeiten, was noch zu Hause rumfliegt.

Tag 6: Mag mein Nachbar mal seinen CD-Spieler reparieren? Ne halbe Stunde psychedelisches CD-Hüpfen macht wahnsinnig. Nur weil Sommer ist, glauben sie plötzlich, sich alles erlauben zu dürfen? Auf der anderen Seite wird heute die Wohnung mit Plakaten zugepflastert. Das Mindmap zu Papier bringen. Fünf Quadratmeter Packpapier an die Wand hängen. Wäre es aber nicht vielleicht sinnvoller, direkt auf die Wand zu schreiben? Tapeziert werden muss bei Auszug so oder so. Ach ja, dann halt Russland.

Tag 7: Verzweifeltes Ordnen meiner chaotischen Gedankengänge auf braunem Paketpackpapier. Was soll bloβ daraus werden? Irgendwie ist alles wischiwaschi. Sabscht so ein Edding eigentlich durch? Hätte ich eine Kamera, wäre hier ein Bild angemessen. Hoffte, einen klareren Kopf zu bekommen. Nur bedingt erfolgreich. Eigentlich so verwirrt wie vorher.

Und morgen: Wie ein Satz diese Woche meine Theorie zum Einsturz brachte.

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