Woche 2

Tag 1: Vergiss es. Kater ohne Anlass, Kopfschmerzen ohne Kopf [pah!] und an allem ist die Hitze schuld. Megakacke: für mein Projekt muss ein Korpus mit mehr als einer halben Million Wörter gelesen werden. Äh, und wann das alles? So ne Stimmung schickt man bestenfalls schlafen. Ein paar Folgen Lieblingssoap im Netz. Bettruhe um 21.30 Uhr.

Tag 2: Krass! Voll motiviert. Oben auf der Welle schwimmen. Hitze galant als Triebmotor nutzen. Zu Hause eingesperrt? Egal! Ein, zwei Artikel systematisch gelesen, verstanden und im Geiste bereits widerlegt. Notizen machen, Konzept kapiert! Ein 550.000-Wort-Korpus? Na und? Walk in the park. Klo kaputt, Hausmeister anrufen. Zwischendrin den Gewitterregen aus dem Wohnzimmer aufwischen. Dämmerschlaftraum: alle geknüpften Verbindungen zwischen Konzepten und Theorien, historischen Fakten, Studien und gefühlten eigenen empirischen Befunden werden mit jedem einzelnen der 550.000 Wörter bombardiert. Hilfe! Wo ist der Boden dieses Fasses bloβ hin???

Tag 3: Vormittag frei. Ach, und noch drei Bücher aus der Stabi geholt. Dieses Mal ein Irischsprachkurs mit CDs [sic!]. Okay, ich hab’s ja kapiert. Schlüsselstelle: Irisch hat keinen unbestimmten Artikel. Dazu irgendwann mal mehr. Nachmittags das längst überfällige Gespräch mit jemanden, der sich mit der Materie auskennt. Ein paar Anregungen abholen. Gewissheit: man muss für so n Projekt nicht das Rad neu erfinden. Und: „Kein Ergebnis wär auch ein Ergebnis.“ Äh, ja. Abends aufgedreht wie auf Droge. So ne Stimmung sollte man konservieren können. Auch so ne Martklücke.

Tag 4: Ist Klempner eigentlich ein Beruf, den man sich freiwillig aussucht?

Tag 5: Irgendwie muss ich eine Strategie entwickeln, das immer noch vorhandene Auf und Ab im Schlafrhythmus etwas auzubügeln. Wenig Kreatives, wenig Effektives.

Tag 6: Aha, da ist die Welle. Elf Stunden geratzt und trotzdem todmüde. Verteilt auf die letzten Nächte wäre das nahezu eine perfekte Ausbeute gewesen. Aber vier Artikel sind schon mal drei mehr als gestern. Dazu prangt jetzt ein Wochenplaner über dem Schreibtisch: damit man Samstag schon sieht, was man bis Freitag gemacht haben sollte. Inklusiver kleiner Zettelchen „einkaufen“, „Wäsche waschen“ und „Vokabeln lernen (jeden Tag eine Stunde!)“.

Tag 7: Sonntag ist Ruhetag. Oder, wie es paraphrasiert wurde: „Taking a field trip to assess Hibernisms in a natural environment“.

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