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Ausgesperrt

Im Laufe des letzten Jahres habe ich zwei Gebührenbescheide der Staats- und Universitätsbibliothek bekommen. Wofür? Ja, das frage ich mich heute noch.

In meinen Benutzerdaten stehen in den entsprechenden Reitern „keine Ausleihe“ und „keine ausstehenden Gebühren“. Auf meiner Erinnerungsfestplatte steht ferner, dass ich im letzten Sommer granatenmäßig für meine Quartalstaten „Bücher im Saustall verlegen“ am EC-Terminal geblutet habe. Sowas vergisst man nicht.

Meine Benutzerkennung ist bis Novermber 2011 gültig (seltsamerweise wird mir die immer automatisch verlängert, wo andere halbjährlich vorstellig werden müssen). Keine ausstehenden Gebühren. Kein Passwort vergessen.

Und trotzdem darf ich keine Bücher bestellen, auf keine Onlinedatenbank zugreifen oder die Fernleihe benutzen. Ich soll mich stattdessen am Informationsschalter melden, um mein Konto frei zu schalten.

Das klingt verdächtig nach Unordnung im Softwaresystem.

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Google Scholar

Oft steht man ja vor der Frage: inwieweit darf ich das Internet als Quelle nutzen? Eigentlich ist das Internet eher Quelle für dilettantisch verfasste Hausarbeiten und demnach als Bibliotheksersatz ungeeignet. Wir kennen die Warnungen des Dozenten: Informationen aus dem Netz sind mit Vorsicht zu genießen!

Eine wirklich wunderbare Entwicklung, zumindest was eine Erstrecherche und „sich nen Überblick verschaffen“ betrifft, ist Google Scholar. Nu bin ich Informatiklaie, aber mir kommts so vor, als würde diese Sondersuchmaschine all den Mist rausfiltern, der so oder so für wissenschaftliche Hausarbeiten ungeeignet ist. Man erhält relativ schnell einen Eindruck von den „must haves“ zu seinem Thema und den wichtigsten Autoren.

Über die anfängliche Überblickssuche hinaus bietet Google Scholar je nach Wahl der Suchbegriffe teilweise direkten Zugriff auf Artikel in Fachzeitschriften oder einzelne Seiten und Inhaltsverzeichnisse in Bücher. Das hat schon so manchen Gang in die Bibliothek erspart. In Verbindung mit der Eletronischen Zeitschriftenbibliothek und einem oder zwei Bibliothekszugängen (hier: Uni Hamburg, HSU) kann man viel Zeit sparen. Mit etwas Geduld und Ausdauer kann man davon ausgehen, dass einem kein Standardwerk durch die Lappen rutscht.

Neben dem unglaublichen Datenmüll, den das Internet bietet, ist diese Art der Quellerschließung eine Wohltat. Das geht soweit, dass ich mich manchmal frage, wie die das früher ohne WWW geschafft haben. Vielleicht sind aber aufgrund dessen die Ansprüche gestiegen.

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Woche 6

Wie gesagt, geschummelt wird nicht. Und deshalb geht’s hier nahtlos mit der sechsten Woche weiter. Und weil die Wiederaufnahme auf einen Samstag fiel, geht die Woche von Samstag bis Freitag.

Tag 1: Die Bibliothek wird gröβer. Fernleihe ist das Zauberwort. Wo man bei Hausarbeiten irgendwie noch mal drumrum gekommen ist, auch aus Zeitgründen, so ist es jetzt unvermeidbar. Anforderungen aus Kiel, Göttingen, Erfurt und Rostock. Kurzer Gedanke daran, wem man jetzt das Buch weggeschnappt hat.

Tag 2: Auch die Bibel befindet sich wieder in meinem Besitz. Sehr kurzer Gedanke daran, wem man die jetzt weggeschnappt hat.

Tag 3: Umräumen. Wo es im Juni im Schlaf-/Arbeitszimmer zu warm war, ist es jetzt zu kalt. Umzug in die Wohnküche, das spart Energie. Aussderdem darf geraucht werden.

Tag 4: Ein paar kleine Artikel zum historischen Hintergrund. Zum warmwerden.

Tag 5: Toll, der Verfasser der Bibel hat auch eine buchdicke Bibliographie veröffentlicht. Sehr fein. Man sieht, dass die bisherige Literaturrecherche an sich schon sehr umfangreich war. Gefahr generell: diesen Autoren zu oft zu zitieren.

Tag 6: Pause.

Tag 7: Mal gucken, was auf der DVD so alles drauf ist, die ich im Juni als Sicherungskopie erstellt habe. Die bisher gelesenen Texte und die dazugehörigen Notizen sollten mal in eine vernünftige Reihenfolge gebracht werden. Ergo: viele themenbezogenen Ordner erstellen (Terminologie, Historisches, Demographie etc.), in denen mit Notizen vollgeladene Worddokumente Platz finden, die mir in den nächsten zwei, drei Wochen helfen sollen, wenigstens mal „den Rotz“ (Forschungsstand, Historische Hintergründe) zu Papier zu bringen.

Fazit: Mit grob zwei Stunden täglich… mühsam, langsam, wohldosiert.

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Wie Weihnachten

Ein Besuch in der Staatsbibliothek ist wie reich beschenkt werden. Am Abholregal liegt ein Stapel Bücher, und nie weiss man bei Abholung noch so genau, wieviel und was man bestellt hat. Im Bestellrausch des Wochenendes und im Generalzustand der mentalen Verwirrung verschwinden einige Buchanforderungen schon mal vom Radar.

So ein Stapel Bücher ist mehr als ein simpler Stapel Bücher. Er ist auch ein Abbild der Gedankensprünge der vergangenen Tage. Im schlimmsten Fall ein Abbild des chaotischen Geisteszustandes. Und eine ziemlich exakte Rekunstruktion der Entwicklung der thematischen Relevanzverschiebung. Was man am Freitag noch ungeheuer wichtig fand, ist jetzt schon Schnee vom Donnerstag.

Dazu gehört ein Teil meines Theorieansatzes. Um mich nicht heillos im demotivierenden Wirrwarr der Kontaktlinguistiktheorien zu verfangen, kommt deshalb jetzt erst mal was Neues für den Moment – ich widme mich mal dem Untersuchungsgegenstand, dem bestimmten Artikel the.

Dazu liegen im Regal jetzt viele (Definitions-)Wörterbücher.

 

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Sorry, no access

Manchmal taucht die Frage auf, mit welcher Motivation in welchen Zeitschriften publiziert wird. Würde man nicht erwarten, dass ein Wissenschaftler dort publizieren möchte, wo er auch gelesen und zitiert wird? Hm, vielleicht eine unerwartet naive und weltfremde Vorstellung. Denn dem ist mitnichten so.

Dazu kommt auch, dass – na, und das überrascht jetzt nicht besonders – viele Zeitschriften nicht im Katalog der Bibliothek erhältlich sind. Gut, sowas kostet die Uni Geld. Und vermutlich hat die Universität der Bundeswehr andere Gelder zur Verfügung, als die Universität Hamburg. Erstere leistet weit häufiger und weniger beschränkte Zugänge zur digitalen Datenbank. Aber es gibt so Kopfschüttelfälle, bei denen man nicht verstehen kann, weshalb eine Standardpublikation in unserer Bibliothek nicht geführt wird.

Moohoooment! Jetzt gibt’s ja Studiengebühren! Und eine vollmundige Versprechung, dass sich die Studienbedingungen verbessern sollen. Dazu gehört die bessere Ausstattung der Bibliotheken. Studenten dürfen Vorschläge zur Beschaffung von Publikationen machen. Aber man ahnt, was kommen muss.

(Digitale) Zeitschriften sind von dieser Regelung ausgenommen.

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Unpublished…

Ein Teil der Literatursuche gestaltet sich ja nach dem Schneeballeffekt. Man liest einen Artikel und entdeckt dabei Querverweise auf andere interessant scheinende Artikel und Monographien. Manchmal klingen diese entweder auf Grund ihrer Nennung im Artikel im Zusammenhang mit einem bestimmten Aspekt oder wegen ihres Titels im Literaturverzeichnis so spannend, dass sie den Eindruck erwecken, das Nonplusultra ihres Fachgebiets zu sein.

Mangelnde Ausstattung unserer Bibliotheken oder fehlende und/oder zugriffsbeschränkte Abonnements zu digitalen Fachzeitschriften sind die eine Möglichkeit, von der Wissensaquiese ausgeschlossen zu werden. Besonders fies sind allerdings Verweise auf Literatur der Marke „unpublished PhD/MA thesis, University of X“, „paper presented at the Conference on X, University of X“, „personal communication“ oder „unpublished manuscript“.

Dann war’s halt doch nicht wichtig. Oder?

 

Comments (2)

Gebührenfalle

Schwupps, da isses passiert. Die erste Strafgebühr wird fällig. Warum? Weil die Staatsbibliothek im Gegensatz zu einigen Institutsbibliotheken keine Erinnerungsmails an ihre Kunden versendet. Das kann man einerseits mit „selbst schuld“ kommentieren, andererseits wirft das die berechtigte Frage auf, warum es die kleinen Bibliotheken verstehen, drei Tage vor Fristablauf eine Mail zu versenden, während die groβe Hauptbibliothek auf die Versäumnismentalität ihrer Benutzer spekuliert.

Fragt euch mal, wer in diesem Verwaltungsgeflecht die Gebühren einkassiert.

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