Posts Tagged Motivation

Der Schweinehund, der innere

Jeder kennt das: in Zeiten, in denen man sich auf Aufgaben konzentrieren will, die ein hohes Maß an Selbstdisziplin erfordern, ist die Wohnung blitzeblank, der Kühlschrank voll – und überhaupt findet man in solchen Phasen sehr leicht Gründe, etwas anderes zu tun. Das ist – aus eigener Erfahrung – häufig auch unabhängig davon, ob man im Grunde eigentlich gern an der Uniarbeit sitzt.

Ich schrieb in den vergangenen Tagen davon, dass ich auf meinen neuen Rechner warte, bevor ich so richtig mit der Arbeit beginnen kann, weil es sich so leicht einreden lässt, dass man den Rechner ungern inmitten einer wichtigen Arbeit wechselt. Das ist natürlich ausgemachter Blödsinn. Immerhin arbeite ich seit dem erneuten Crash meiner Festplatte bei sensiblen Daten auch und vor allen Dingen mit einer externen Festplatte. Also rechnerunabhängig. Und dennoch habe ich das Gefühl, dass ich mit meinem neuen Laptop ungleich motivierter sein werde. Zumindest rede ich mir das ein.

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass ich keinerlei Ausreden mehr habe, wenn KIP endlich ankommt. (Wenn ich’s mir recht überlege… ich war schon laaaange nicht mehr beim Zahnarzt. Und wenn ich ganz tief in mich gehe, glaube ich auch an einen motivationsstiftenden Schub einer noch nicht gefundenen neuen Wohnung.)

Auweija.

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So, weiter geht’s

Es war als kleine Pause gedacht. Und manchmal dauert eine Auszeit eben etwas länger. Nicht, dass ich es mir so ausgesucht hätte, aber nu isses so und nich anders.

Und ich schummel nicht. Die Pause war total. Technisch, sozial, gedanklich. Es ist jetzt also ein bisschen wie neu anfangen. Mit allem, was dazu gehört: Motivation tanken, Bibliotheken plündern, Fernleihe. Einlesen, ordnen, stukturieren.

Momentan ist es noch ein Kampf gegen mich selbst.

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Ein schmaler Grat

Zwischen wissenschaftlichem Mehrwert und trivialem Blabla liegen Welten. Irgendwie will man doch, dass niemand die Arbeit wirklich zu Ende lesen will, weil man so abgefahrene und originäre Gedankengänge fabriziert, aber man weiss auch, dass man sich mit abstrusesten Theorien auseinandersetzen muss, um genau dahin zu kommen. Und auf dem Weg dorthin verliert man sich in originären Gedankengängen anderer und denkt: „Shit, was ist das eigentlich für ein Scheiss?“

An guten Tagen weiss man, dass das was ganz Tolles wird und das Thema und die Struktur genau richtig ist und die Empirie die Theorie perfekt belegen wird. Andersrum weiss man, dass die Theorie genau die Richtige ist, um die empirischen Befunde vorherzusagen. Und am Ende des Tages fühlt man sich, als würde man genau die Arbeit abliefern, die niemand lesen will, weil sie so geil ist.

An schlechten Tagen will man am Liebsten aufgeben. Dann, wenn im Kopf gar nix mehr logisch zusammenpasst und alles Gute und Richtige plötzlich zu simpel und profan und unsinnig ist. Gefährlich ist das immer besonders dann, wenn man genau weiss, dass man sowieso nie über „stating the obvious“ und „um den heissen Brei rumreden“ hinauskommen wird. Die Theorie ist zu trivial, passt noch nicht mal zum untersuchten Phänomen und am Ende wird gar nichts rauskommen, noch nicht mal kein Ergebnis.

Wie gesagt: zwischen Mehrwert und Blabla liegen Welten.

Und emotional liegen dazwischen oft nur Stunden.

 

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Woche 3

Tag 1: Ventilator kaufen, EM gucken, ausruhen.

Tag 2: Verzweifelter Versuch, zur Arbeit zurückzukehren. Bloβ nicht nachlassen. Das ist tödlich, so lehrt die Erfahrung. Andererseits – ich hab nie länger als fünf Tage (im Normalfall nicht länger als drei) an einer Hausarbeit geschrieben. Und nun bin ich schon in Woche 3! Aber mal ehrlich, so dauerhaft wie in Hälfte Zwei von Woche 1 war ich seither so oder so nicht mehr.

Tag 3: Der Tag ist total im Eimer. Selbst zwei Mal in der Nacht den Bünabe herbeirufen hilft nichts – es ist die Perspektivlosigkeit, gegen dieses Problem nichts machen zu können [mittlerweile jede Nacht Radau]. Die Hausverwaltung wird eingeschaltet. Einzige Möglichkeit im Moment: so lange die Polizei rufen, bis die auch keinen Bock mehr haben.

Tag 4: Ahem. Es wäre irgendwie ganz hübsch, sich wieder ein wenig Motivation anzueignen. Die ist momentan ganz unten. Aber soviel fremdverschuldete Müdigkeit hatte ich auch schon lange nicht mehr. Es ist beinahe nur noch die Angst vor Insomnia, die mich mich lähmt und nicht schlaften lässt. Verrückt. Dabei wäre ich fast vor Mitternacht eingeschlafen: bei Österreich gegen Polen.

Tag 5: Ein Vortrag zum individuellen Sprachwandel in unterschiedlichen linguistischen Umgebungen zum Frühstück. Lustig. Endlich ein Vortrag, dem ich folgen kann, auch inhaltlich. Schade, dass er nicht ganz fertig wurde in der Zeit. Nachmittags noch mal ein paar Stunden arbeiten. Also für Geld, das ich schon bekommen habe.

Tag 6: Bockmist. Scheisstag. Irgendwas fehlt im Leben.

Tag 7: Endlich behutsame Rückkehr zum Wesentlichen. Aber so langsam gehen mir die „einfachen“ Artikel aus. Historisch ist jetzt schon so abgekaut. Es täte der Arbeit mit Sicherheit ganz gut, sich endlich dem Kernproblem des Theorieteils zu nähern. Dann würde vielleicht auch dieses beschissene Gefühl verschwinden, irgendwie doch gewaltig auf dem Holzweg zu sein.

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Wo fange ich an?

Panik. Und nicht erst seit gestern.

In einem Monat muss die Arbeit im Examenskolloquium präsentiert werden. Und vermutlich in sechs bis acht Wochen im Forschungskolloquium. Was eigentlich als Feedback gedacht und als solcher per se sicherlich hilfreich wäre, beginnt, sein wirkliches Drohpotential zu entfalten. Will man wirklich zugeben müssen, dass man noch nichts zu Papier gebracht hat?

Doch halt – „zu Papier“ bringe ich grundsätzlich alles erst zum Schluss. Aber um sich wirkliche Hilfe von Auβen zu holen, muss man erst einmal eine klare Idee haben. Und dafür muss man lesen, recherchieren, Notizen machen. Das fällt besonders schwer. Wo anfangen? Die derzeitige Nullbockeinstellung hat dann auch nichts damit zu tun, zu glauben, man könnte das alles nicht.

Es ist doch nur noch Fleissarbeit.

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